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In: KulturPoetik 2002, Heft 2

Autor

Hartmut Böhme

Titel

Heide Appelsmeyer/Elfriede Billmann-Mahecha (Hg.), Kulturwissenschaft. Felder einer prozeßorientierten wissenschaftlichen Praxis. Weilerswist: Velbrück 2001. 279 S.

Kategorie

Rezension

Volltext

Sammelbände, Einführungen, Monographien zur Kulturwissenschaft, zu den Cultural Studies und zum sogenannten ›cultural turn‹ auch der deutschen Geisteswissenschaften hat es in den letzten zehn Jahren zu Hauf gegeben, zu schweigen von der verzweigten Debatte in Zeitschriften. Insofern hat es jeder neue Band schwer, ein originelles Profil zu entwickeln. Indes ist die Fortführung der Konzeptdebatte notwendig - gleichgültig ob es sich um Probleme der kulturwissenschaftlichen Reform der Geisteswissenschaft als Fächergruppe, um kulturwissenschaftliche Öffnung von Einzeldisziplinen oder um die Gründungsprobleme der neuen Einzeldisziplin Kulturwissenschaft handelt. Denn nach wie vor ist die Empfehlung der meist als Referenzpunkt zitierten Studie Geisteswissenschaften heute (1) richtig, dass diese einer Modernisierung bedürften, die den deutschen Sonderweg der Geisteswissenschaften beendet (ohne sinnvolle Traditionen aufzugeben), Anschluss an internationale Wissenschaftsentwicklungen findet, neue (doch meist schon erfundene) Methoden und Theoriekonzepte aufnimmt und, bezogen auf die klassischen Kanons der Disziplinen, neue Gegenstandsfelder erschließt. Letztere ergeben sich aus der veränderten Situation der Kultur und der Künste in einer Welt, die durch Globalisierung, Vernetzung und Medialisierung, durch das ›Ende‹ der Gutenberg-Galaxie, durch Multi- und Interkulturalität, durch die Transformationen des kulturellen Gedächtnisses, durch die Entstehung neuer, zumeist hybrider Kulturpraktiken, durch das Ende der ›grands récits‹ und ihrer philosophischen und religiösen Voraussetzungen, doch auch durch die immer unwiderstehlichere Durchdringung der Kulturen von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Ensembles entstanden sind. Eine Systematik oder gar Theorie dieser höchst heterogenen Faktoren liegt nicht vor. Klar ist aber, dass das traditionelle Fachgefüge der Universitäten sich angesichts dieser globalen wie lokalen Veränderungen neu konstellieren muss.

Erwartungsgemäß haben sich die Fächer der philosophischen Disziplinen nicht einfach in einem Jahrzehnt zu ›Kulturwissenschaften‹ gewendet - das wäre schon aufgrund der historischen Trägheit der teilweise alten und bewährten Fächer illusorisch. Aber es wäre auch nicht wünschenswert. Eine kulturwissenschaftliche Modernisierung ist nur sinnvoll im - je nachdem - komplementären, ergänzenden, erweiternden Verhältnis zu konsistenten und weiter zu pflegenden Beständen und Traditionen der Fächer, die durch solche internen Spannungen erst lebendig bleiben können. Andererseits hat sich im vergangenen Jahrzehnt vieles geändert: Anträge auf große Drittmittelprojekte (Sonderforschungsbereiche u.ä.) haben fast nur noch eine Erfolgsaussicht, wenn sie sich kulturwissenschaftlich, inter- oder transdisziplinär ausweisen; ganze Fächer haben ihr Profil grundlegend reformiert (z.B. von der Volkskunde zur ›Empirischen Kulturwissenschaft‹/›Europäischen Ethnologie‹); viele Philologien, besonders die Germanistik, aber auch die Theaterwissenschaft, haben sich nicht nur an den Rändern, sondern im Kern kulturwissenschaftlich renoviert; auch in ›Leitfächern‹ der alten Fakultäten wie der Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Soziologie gibt eine theoretische wie materiale Diskussion um die kulturwissenschaftliche ›Wende‹; in jüngeren Fächern, deren Gründung nicht lange zurückliegt, wie z.B. in der Kommunikations- und Medienwissenschaft, nehmen kulturwissenschaftliche Fragestellungen einen breiten Raum ein; an einer Vielzahl von Universitäten haben sich neue Einzeldisziplinen unter dem Titel Kulturwissenschaft gebildet - wenn auch mit ganz verschiedenen Optionen. Insofern gibt es bereits ein insgesamt balanciertes Verhältnis von Tradition und Innovation, Konzentration und Erweiterung - und das alles unter schwierigen bildungspolitischen und ökonomischen Bedingungen. Dass daneben die üblichen Verdächte weiter kolportiert werden, nimmt angesichts der Tribalisierung und der Konkurrenz der diversen ›scientific communities‹ nicht wunder. Doch im Allgemeinen verläuft die Diskussion um die Kulturwissenschaft/en seriös und auf ertragreichem Niveau.

Das gilt auch für den Band, den Heide Appelsmeyer und Elfriede Billmann-Mahecha herausgegeben haben, ihres Zeichens Psychologinnen - was insofern erfreulich ist, weil, wenigstens in Deutschland, die Psychologie sich an der Debatte um den ›cultural turn‹ kaum sichtbar beteiligt hat. Neben der Psychologie (Jürgen Straub) werden die psychoanalytische Kulturforschung (Hans-Dieter König), die Ethnologie/Kulturanthropologie (Martin Fuchs), die Soziologie (Gabriele Cappai), die Erziehungswissenschaft (Walter Herzog), die Geschichte (Ute Daniel), die Literaturwissenschaften (Doris Bachmann-Medick) und die Religionswissenschaft (Hans G. Kippenberg) unter der Frage abgehandelt, inwieweit sie international und in Deutschland von den Fragestellungen, Verfahren und theoretischen Perspektiven des ›cultural turns‹ beeinflusst oder neu strukturiert wurden. Die Herausgeberinnen fügen dem ein Vorwort bei, das nach wenigen Seiten des (bekannten und aufgearbeiteten) Überblicks über die kurrenten Diskussionen die einzelnen Aufsätze vorstellt.

Das ist enttäuschend, zumal die herausgestellte Pointe des Bandes, Kulturwissenschaft als »prozeßorientierte wissenschaftliche Praxis« zu verstehen, kaum erläutert wird. Welche ›wissenschaftliche Praxis‹ wäre nicht ›prozeßorientiert‹, wenn sie nicht einem völlig überholten Modell einer repräsentationstheoretischen Bedeutungsanalyse anhinge? Aber wo wäre das noch der Fall? Wenn man mit ›Prozeßorientierung‹ einen Punkt machen will, so müsste diese Kategorie in Abhebung von dem, was ihr Gegenteil oder Komplement wäre, systematisch erläutert werden. Ähnlich problematisch steht es mit dem im Untertitel erscheinenden Wort »Felder«. In den nachfolgenden Artikeln werden kulturwissenschaftliche Perspektiven akademischer Disziplinen dargestellt - mit der einen Ausnahme der psychoanalytischen Kulturforschung. Diese aber ist, obwohl sie zum Urgestein der Freudschen Psychoanalyse gehört, in der Psychoanalyse selbst seit langem rückläufig und angesichts des mächtigen Drucks der Medizinisierung und Szientifizierung der Psychoanalyse ziemlich chancenlos. Das Modell psychoanalytischer Kulturforschung von Alfred Lorenzer ist mehr deswegen als aufgrund der auch bestehenden konzeptuellen Schwächen, auf die König zurecht hinweist, weitgehend ohne Nachfolger geblieben. Der kulturwissenschaftliche Impuls der Psychoanalyse ist fruchtbar eher außerhalb der Psychoanalyse geworden - in der frühen Frankfurter Schule (wozu man auch Lorenzer zählen kann), in der Ethnopsychoanalyse, in den Literatur-, auch in den Kunstwissenschaften, in der Gender-Forschung. Tatsächlich geht es bei der psychoanalytischen Kulturforschung um ein ›Feld‹, das quer zu den akademischen Fachteilungen steht, besser noch: um eine theoretische Option und um methodische Verfahren, die in der Lage sind, neue Fragestellungen und Gegenstandsfelder zu generieren, die nicht nur in den humanwissenschaftlichen Fächern, sondern quer zu ihnen Vernetzungen und interdisziplinäre Zusammenhänge schaffen können. Dazu aber erfährt man bei König kaum etwas - wie auch verwundert, dass die gesamte ethnopsychoanalytische Kulturforschung nicht einmal bibliographisch repräsentiert wird. Und es gehört schon eine erhebliche Vorstellungsarmut dazu, die enorme Bedeutung der Psychoanalyse in der Gender-Forschung oder in der im weitesten Sinn von Lacan inspirierten Kulturanalyse (von Deleuze/Guattari bis Judith Butler) keines Wortes für würdig zu erachten. Findet man hier etwa keine ›Prozeßorientierung‹ und keine psychoanalytische Kulturforschung?

Wenn die Psychoanalyse im vorliegenden Band der einzige Fall ist, wo man davon sprechen kann, dass durch sie statt einer akademischen Disziplin ›prozeßorientierte Felder‹ generiert werden, so fragt man sich, warum nur dieser vorkommt. Andere ›Felder‹, die keine ›Fächer‹ sind, werden nicht einmal erwähnt, obwohl sie für eine kulturwissenschaftliche Innovation ebenfalls Querschnitts- und Dialogisierungsfunktionen übernehmen könnten. Ich erwähne nur die Semiotik, die insgesamt und nicht nur als Kultursemiotik für die Kulturwissenschaften eine fundierende Rolle spielt, insofern - wie von den Autoren mehrheitlich angenommen - Zeichen- und Bedeutungsprozesse für die Konstitution von Kultur basal sind. Ich erwähne ferner die Kulturökologie - ein klarer Fall eines ›Feldes‹ ›prozeßorientierter Praxis‹. Ich erinnere an die Kulturtechniken von Bild, Schrift und Zahl, die ›Felder‹ kultureller Praktiken historisch ausdifferenzieren, und zwar solche, die hervorragend in der Lage wären, transdisziplinäre Vernetzungen herzustellen, welche nicht nur die Geisteswissenschaften ›kulturwissenschaftlich‹ voranbringen, sondern auch die ›Kulturen‹ natur- und technikwissenschaftlicher Praxen integrieren könnten. Man darf einfach nicht die Medien vergessen, die nicht nur Gegenstand der neugegründeten Medienwissenschaften sind, sondern in den tradierten Fächern ein Bewusstsein dafür geweckt haben, dass alle kulturellen Praktiken medial konstituiert und prozessiert werden - nicht nur, seit es technische Medien gibt, sondern auch dort, wo die sogenannten ›natürlichen‹ Medien die Vermittler und Prozessoren kultureller Handlungen, Kommunikationen und Zirkulationen darstellen. Kurzum: Medienwissenschaften sind, recht verstanden, Medienkulturwissenschaften, und ›Medien‹ sind im integralen Sinn ›Felder‹ und ›Prozesse‹, deren Nicht-Berücksichtigung eine kulturwissenschaftliche Reformulierung der Humanwissenschaften aussichtslos macht. Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch, dass das ›kulturelle Gedächtnis‹ ebenfalls ein zu den Disziplinen queres ›Feld‹ darstellt, das in allen Disziplinen systematisch Berücksichtung finden muss, weil es einen fundamentalen Kulturmechanismus darstellt - in den Formen von Gedächtnismedien, -speichern, -prozessen, als Temporalisierungsform, als Kanonisierungs- und Traditionsbildung etc., und all dies in historisch und kulturell jeweils charakteristischen Ausdifferenzierungen. Haben wir hier nicht einen beinahe klassischen Fall dessen, was der Band im Untertitel verspricht, was jedoch keinerlei Berücksichtigung findet? Natürlich fehlen weitere ›Felder‹ ebenfalls, z.B. die Technik(en) insgesamt, die nicht erst seit Leroi-Gourhan (2) niemand mehr für eine Grundlegung von ›Kulturwissenschaft‹ ungestraft übergehen kann.

Da der Band sich nicht an ›Feldern‹, sondern ›Disziplinen‹ und damit absichtslos auch an deren ›kulturellen Selbstverständlichkeiten‹ orientiert, war es wegen der hier ausgewählten Fächer unausweichlich, dass das Bild von Kultur im Wesentlichen auf symbolische Kommunikation und soziales Handeln zentriert ist; dabei bleibt indes außer Blick, dass menschliche Kultur wissenschaftlich nur angemessen analysiert werden kann in den historischen Verhältnissen zu dem, was nicht-menschlich ist: das sind die Dinge, die Tiere und Pflanzen, Regionen und Landschaften, das Klima und Wetter. Also müssten Wissenschaften, die damit zu tun haben, repräsentiert werden, oder es müsste gezeigt werden, in welcher Weise die klassischen Disziplinen solche Fragestellungen aufzunehmen in der Lage sind. Es ist darauf hinzuweisen, dass es im Blick auf die artifiziellen Dinge, die ›kultivierten‹ Tiere und Pflanzen oder die Kulturgeographien eine weltweite kulturgeschichtliche Forschung gibt, welche im vorliegenden Band hätte repräsentiert werden müssen, wenn man die programmatische Absicht auf ›Kulturwissenschaft‹ (im Singular!) einlösen wollte. Schade. Aber das kommt davon, wenn man einen Band ohne eine theoretische Konzeption von Kulturen und ihren Prozessen zusammenstellt, im Blick gebannt auf ›Fächer‹ und deren Gewohnheiten, die sich hinsichtlich der Semantik des Kulturbegriffs entwickelt haben.

Aber letzteres ist auch eine berechtigte Lesart des Bandes. Und dann ist er ein verlässliche Einführung in den Stand der kulturwissenschaftlichen Reflexion in den Fächern, die er berücksichtigt. Es werden kompetente und inhaltsreiche Analysen von Fachgeschichten vorgelegt, die mit Gewinn zu lesen und für die innerdisziplinäre Diskussion linienführend sind. Dabei hängt das Differenzierungsniveau vom Stand der Fachreflexion ab: die vor allem im angloamerikanischen Sprachraum vielfach analysierte »Krise der ethnographischen Repräsentation«, die Eberhard Berg und Martin Fuchs schon 1993 schon hervorragend dokumentierten und kommentierten (3), wird von Fuchs hier weitergeführt und mit vorbildlicher argumentativer Schärfe auf den Wandel des Kultur-Konzepts konzentriert. Die Soziologie kennt seit Jahrzehnten eine theoretisch valide Tradition der Kultursoziologie, die von Gabriele Cappai mit großer Gelehrtheit rekonstruiert wird - mit den üblichen Verengungen, die hinsichtlich des Kultur-Konzepts bei Soziologen habituell sind (siehe oben). Die pädagogische Diskussion um den Kulturbegriff, wie sie im Umkreis von Lebensphilosophie, Reformpädagogik und Kulturwissenschaft um 1900 entstand, wird von Walter Herzog bis zu den heutigen Problemen einer interkulturellen Pädagogik fortgeführt. Für eine kulturwissenschaftliche Orientierung der Pädagogik hätte man sich allerdings eine tiefer gelegte theoretische Fundierung dessen gewünscht, was seit den Griechen im umfassenden Sinn ›paideia‹ heißt und zu den europäischen Formen der institutionalisierten Lern- und Bildungsprozesse als Grundmechanismen der Enkulturation geführt hat. Jürgen Straub konturiert mit guten Gründen die Berechtigung, kulturelle Faktoren in die (kulturkomparatistische) Interpretation psychischer Konstitutionen, Regularitäten, Zustände und Abläufe zu integrieren. Doch ist dies angesichts der Wallfahrt der Psychologie, in der Königsburg der Naturwissenschaften eine Akkreditierung zu erlangen, ein Unternehmen vom Rand der Ohnmacht her. Ute Daniels treffliche Diskussion um den Status der Kulturgeschichte zwischen den Fronten der Strukur- und Sozialgeschichte einerseits und der Politikhistorie andererseits kann man, umfassend eingebettet, wörtlich nachlesen in ihrem Buch Kompendium Kulturgeschichte (4). In bewährter Form führt Doris Bachmann-Medick ihre früheren Analysen einer Reformulierung der Literaturwissenschaften im Zeichen des kaum mehr haltbaren Paradigmas »Kultur als Text« nun unter dem Label der neuerdings zum Paradigma ausgerufenen ›Netzwerks‹-Metapher fort. ›Vernetzung‹ wäre in der Tat ein Kandidat, um ein systematisch, historisch und gegenständlich weit gespanntes ›Feld‹ ›prozeßorientierter‹ Kulturanalyse aufzumachen, nur wäre die Literatur dabei nur ein Phänomen unter anderem, und ganz sicher nicht das wichtigste. Hans G. Kippenberg verfolgt, aus der Fülle seiner wissenschaftshistorischen Kenntnisse, die wissenschaftlichen Stationen, über welche seit Gründung der Religionswissenschaft im 19. Jahrhundert die Religionen Zug um Zug kulturell eingebettet wurden: Durch Historisierung und Kontextualisierung sowie durch Komparatistik und Funktionsanalyse verloren Religionen ihren Status als Rahmenkonzepte von Kultur, während diese umgekehrt zum Rahmen gestreuter religiöser Praktiken und symbolischer Ordnungen wurden. Der ›cultural turn‹ hat vermutlich hier schon begonnen und ist, wie so manches, was heute dernier cri ist, eine Nacherfindung.

Man verlässt das Buch im Zwiespalt. Man hat mit Gewinn wissenschaftshistorische Beiträge zu einzelnen Wissenschaften gelesen. Warum es gerade diese Wissenschaften sind und andere ausfallen, erfährt man nicht. Schwerer wiegt, dass auf der Ebene der systematischen Durchdringung des Kultur-Begriffs das Buch ohne Not patchwork bleibt (eine theoretisch anspruchsvolle Einführung der Herausgeberinnen hätte hier viel geholfen). Dadurch bleibt der Sammelband insbesondere im Blick auf die Bestimmung der im Titel angekündigten ›Felder‹ unterbestimmt. Was die ferner angekündigte ›Kulturwissenschaft‹ (im Singular) sein soll, kann man auf diesem Weg nicht erfahren, zumal sich die Herausgeberinnen gegen die Gründung von ›Kulturwissenschaft‹ als Fachdisziplin wenden. Man kann aus solchen Mängeln lernen: ›Kulturwissenschaft‹ wird sich nicht durchsetzen, wenn man sie als ein Additionsspiel kulturwissenschaftlicher Erweiterungen etablierter Disziplinen betreibt. Es bedarf stärkerer theoretischer Anstrengungen und vor allem der von Kulturtheorie(n) integrierten Bestimmung der ›Felder‹ kulturanalytischer Arbeit. Diese entstehen gerade nicht durch Summation der Vorschläge aus den Sichten der Einzeldisziplinen.

Prof. Dr. Hartmut Böhme, Kulturwissenschaftliches Seminar der Humboldt-Universität, Sophienstraße 22a, D-10178 Berlin; E-Mail: HBoehme@culture.hu-berlin.de


Anmerkungen

(1) Wolfgang Frühwald/Hans Robert Jauß/Reinhart Koselleck/Jürgen Mittelstraß/Burckhart Steinwachs, Geisteswissenschaften heute. Eine Denkschrift. Frankfurt/M. 1991. [zurück]

(2) Vgl. André Leroi-Gourhan, Évolution et techniques. Bd. 1: L'Homme et la matière; Bd. 2: Milieu et techniques. Paris 1943 u. 1945; und: Ders., Le Geste et la parole. Dessins de l'auteur. Bd. 1: Technique et langage; Bd. 2: La Mémoire et les rythmes. Paris 1964 u. 1965; dt.: Hand und Wort. Die Evolution von Technik, Sprache und Kunst. Übers. v. Michael Bischoff. Frankfurt/M. 1980. [zurück]

(3) Eberhard Berg/Martin Fuchs (Hg.), Kultur, soziale Praxis, Text. Die Krise der ethnographischen Repräsentation. Frankfurt/M. 1993. [zurück]

(4) Ute Daniel, Kompendium Kulturgeschichte. Theorien, Praxis, Schlüsselwörter. Frankfurt/M. 2001 (stw 1523). [zurück]