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In: KulturPoetik 2018, Issue 1

Author

Manfred Engel

Title

Kontextualisierung in der literaturwissenschaftlichen Praxis. Ein Aufruf

Category

Beitrag

Abstract

Kulturwissenschaftliche Literaturwissenschaft lebt davon, literarische Texte als Teil eines umfassenden kulturellen Kontextes zu begreifen. Umso bedauerlicher ist es, dass bis heute kaum theoretische Untersuchungen zum Erstellen und zum Einsatz von Kontexten in der Literaturwissenschaft vorliegen. Die wenigen, halbwegs ausgearbeiteten (aber dennoch meist wenig operablen) Modelle gehören sehr spezifischen methodischen Richtungen an – wie der Diskursanalyse, der Intertextualitätsforschung, der Systemtheorie und dem Neo-Historismus. Und auch die neuerdings viel diskutierte Wissenspoetik hat Kontexte bisher eher vorausgesetzt als theoretisch reflektiert.
KulturPoetik ruft daher auf zur Einsendung von Beiträgen, die Kontextarbeit allgemein oder an spezifischen Beispielen diskutieren. Es kann dabei sowohl um grundsätzliche Reflexionen des Begriffs ›Kontext‹ und seiner Funktionen in kulturwissenschaftlicher Textarbeit gehen wie um spezifische Fragen von Verfahren zur Auswahl, Rekonstruktion, Gewichtung und Modellierung von Kontexten. 
Der folgende Aufsatz soll der Eröffnung der Diskussion dienen; kritische Repliken sind ebenso willkommen wie Versuche, Einzelaspekte weiter zu denken.
Beitragsangebote sollten als WORD-Datei gesandt werden an:
manfred.engel@mx.uni-saarland.de
 
 
All cultural literary studies understand literary texts as part of a larger cultural context. Therefore it is highly regrettable that there are hardly any theoretical studies on methods for the establishment and use of contexts in literary criticism. The few existing (but hardly operative) models belong to very specific approaches like discourse analysis, intertextuality, systems theory, and neo-historicism. And even the currently widely debated paradigm of ›poetics of science‹ (›Wissenspoetik‹) has rather presupposed the existence of contexts than theoretically reflected on them.
KulturPoetik is therefore calling for papers which discuss context work in general or in specific case studies. We welcome fundamental reflections on the concept of ›context‹ and its functions in cultural literary studies as well as studies on specific aspects like methods of selecting, reconstructing, evaluating and presenting contexts.
The following essay may serve as an opener for this discussion; critical replies are as welcome as attempts to enhance single aspects.
Papers should be sent as WORD files to:
manfred.engel@mx.uni-saarland.de