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In: KulturPoetik 2015, Heft 1

Autor

Hans J. Rindisbacher

Titel

What’s this Smell? Shifting Worlds of Olfactory Perception

Kategorie

Forum

Abstract

Der vorliegende Beitrag skizziert in seinem ersten Teil das Langzeitinteresse am Geruchssinn sowie dessen kulturelle und wissenschaftliche Verankerung in der modernen chemosensorischen und neurowissenschaftlichen Forschung. Der Essay zeigt dabei das breite Spektrum der Beschäftigung mit geruchlichen Phänomenen und Erkenntnisinteressen auf. Die Vernetzung reicht von Philosophie und Linguistik via Chemie, Biologie und Medizin bis hin zu Historiografie, Anthropologie und nicht zuletzt Parfümerie als ästhetische kommerzielle Praxis. Dabei sind immer wieder kulturhistorische, überblicksmäßige Zusammenfassungen der Geruchswelt entstanden, meist von Einzelnen aus persönlicher, idiosynkratischer Perspektive verfasst. In den 1980er Jahren, mit Patrick Süskinds Parfum als literarischem Startschuss, nimmt das populäre Interesse an Düften zu − und die Literatur antwortet darauf. Die Diskussion von Geruchsphänomenen findet Eingang in verschiedene Medien, nicht zuletzt in das sich rasant entwickelnde Internet und dessen Blogkultur. Auch das weltweit wachsende Parfümgeschäft mit seinem Werbebedarf bildlicher und textlicher Art ist ein wichtiger Bestandteil dieser globalen Entwicklung, die den Sinnen eine zunehmend wichtigere Rolle zuschreibt. Im Rahmen literarischen Schreibens der letzten Jahre lässt sich eine neuartige Erzählform ausmachen, die hier perfumoirlogue genannt wird und in ihrer Grundform einen auktorialen Reisebericht eines weiblichen Autors auf der Suche nach einem persönlichen Duft darstellt. Die Beschreibung dieser Form und ihrer Abwandlung erfolgt im zweiten Teils des Essays anhand einiger Beispiele und Analysen.