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In: KulturPoetik 2013, Heft 2

Autor

Urs Urban

Titel

Diesseits des Lebenswissens. Die biopolitische Produktion, ihre Repräsentation in künstlerischen Medien und die Präsenz gefährdeten Lebens
Vittoria Borsò/Michele Cometa (Hg.), Die Kunst, das Leben zu ›bewirtschaften‹. Biós zwischen Politik, Ökonomie und Ästhetik

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Rezension

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Das vorliegende Buch dokumentiert die Ergebnisse einer internationalen Tagung, die im Jahr 2009 in Düsseldorf stattfand.(1) Die Teilnehmer hatten sich vorgenommen, das genuin ›lebenswissenschaftliche‹ (weil bio- und kulturwissenschaftliche Parameter des Lebenswissens aufeinander beziehende) Paradigma der Biopolitik nach seiner Relevanz für die Analyse aktueller gesellschaftlicher Verwerfungen zu befragen und mit seiner Hilfe die Produktion eines spezifisch literarischen und künstlerischen Wissens über das Leben (und die Grenzen dieses Wissens) zu beschreiben. Im Einleitungskapitel exponiert Vittoria Borsò, Professorin für romanistische Literatur- und Kulturwissenschaft in Düsseldorf, die theoretischen Voraussetzungen für dieses Vorhaben. Sie bezieht sich auf Michel Foucault, der schon in La volonté de savoir (1976) gezeigt hatte, dass Macht nicht nur (als souveräne Macht) repressiv ist, sondern auch produktiv sein kann, indem sie, vermittelt über bestimmte Regierungstechniken, Subjekte hervorbringt, die als Unterworfene zum Handeln befähigt sind – und die sich zunehmend dazu aufgefordert sehen, sich selbst zum Gegenstand ihres Handelns (etwa ihrer Arbeit) zu machen. In seinen Vorlesungen über Biopolitik (1978/79) und Gouvernementalität (1977/78) führt Foucault dann vor, wie sich die historischen Bedingungen des Sagbaren rekonstruieren lassen, die das Wissen über das Leben und die individuellen und kollektiven Techniken seiner Zurichtung (Peter Sloterdijk spricht von ›Anthropotechniken‹) hervorgebracht haben.(2)
Obschon Foucaults Werk die Kulturwissenschaften seit geraumer Zeit prägt, ist die biopolitische Dimension seines Denkens zumindest im deutschsprachigen Raum erst seit der Übersetzung von Giorgio Agambens Schriften von einer größeren Leserschaft wahrgenommen worden: Agamben zeigt, dass die Integrität (Roberto Esposito würde sagen: die Immunität) der politischen Gemeinschaft den Ausschluss des Anderen – und d.h. des nicht diskursivierbaren, des ›nackten‹ Lebens (zoé) – voraussetzt und mithin auf einem Ausnahmezustand beruht – der räumlich Gestalt annimmt im Lager, das Agamben daher als das »biopolitische Paradigma der Moderne« bezeichnet. Wo das Leben aufs Spiel gesetzt wird, steht der Mensch in Frage und sieht sich ungehemmter Gewalt ausgesetzt. Er erweist sich zugleich jedoch als ›offen‹ gegenüber seinem ›Anderen‹, dem Leib, dem Kreatürlichen: dem »Tier, das ich also bin« (Derrida). Auch Judith Butler gründet ihre politische Theorie auf die Problematisierung des ›gefährdeten Lebens‹ – vor allem italienische (Antonio Negri, Maurizio Lazzarato) und deutsche (Joseph Vogl, Ulrich Bröckling, Thomas Lemke) Kulturtheoretiker jedoch haben das Paradigma der Biopolitik letzthin weiter ausdifferenziert.
Borsò, die in ihrer Einleitung Überlegungen wieder aufnimmt, die sie in programmatischer Weise bereits an anderer Stelle entwickelt hat,(3) schließt hier an und fragt danach, was die Literatur über das Leben weiß – und wie sie dem Leben diesseits dieses Wissens einen Artikulationsraum erschließt, in dem es in seiner ›Exteriorität‹ (Lévinas) sichtbar wird. Sie bezieht sich damit auch auf die Diskussion, die Ottmar Ette mit seinem Buch Über Lebenswissen vor knapp zehn Jahren angestoßen hat, geht allerdings über Ettes Einsichten entscheidend hinaus – Jörg Dünne spricht gar von einem »Alternativ-Manifest zu Ette«.(4) Literatur und Kunst – das weiß auch Borsò – können die (biopolitische) Produktion des Lebens thematisieren, dabei die Fluchtlinien aktueller Problemzusammenhänge verlängern und so einem bislang nur undeutlich sich abzeichnenden Bild Tiefenschärfe verleihen. Darüber hinaus aber – und hierin liegt das eigentlich innovative Potential von Borsòs Ansatz – können künstlerische Medien die Koordinaten jenes Zeit-Raums abstecken, in dem das Leben sich der politischen Zurichtung widersetzt und sich positivem Wissen entzieht, in dem das Bild unscharf wird und die Sprache zerfällt »wie modrige Pilze«, kurz: in dem das Leben nicht in Form ist. Gerade dort, wo das Wissen über das Leben versagt, vermag die Literatur das Leben selbst zur Sprache zu bringen. Indem Borsò auf der Differenz beharrt, die Lebenswissen und Leben (in einem translationalen Zwischenraum) aufeinander bezieht, und indem sie Literatur und Kunst die im Wortsinn poietische Fähigkeit attestiert, Leben »ins Sein zu bringen« (Agamben) und so rückhaltlos ›für das Leben‹ einzutreten, entfernt sie sich gleichermaßen von einer das Lebenswissen letztlich nur thematisierenden Literatur(wissenschaft) wie von einer die Literatur allein für das nackte Leben beanspruchenden neonaturalistischen Literaturbetrachtung.
Michele Cometa, der als Mitherausgeber des Bandes figuriert, widmet sich in seinem Beitrag der erstaunlichen Renaissance eben dieser positivistischen (oder, so die Selbstbezeichnung: darwinistischen) Forschung, die seit gut 20 Jahren im anglophonen Wissenschaftsraum praktiziert wird und in Deutschland vor allem durch den Münchner Germanisten Karl Eibl vertreten ist.(5) Die Verfechter des literary darwinism tendieren dazu, Literatur und Kunst auf das besondere Attraktivitätspotential zu reduzieren, mit dem diese bestimmte Vertreter der menschlichen Spezies ausstatten, um so ihre Erfolgschancen bei der Partnerwahl zu erhöhen und also Reproduktion und Überleben zu garantieren (Selektionsvorteil). Mit dem Nachweis der vitalen Funktion symbolischen Kapitals lässt sich die Nachfrage nach dieser (knappen) Ressource begründen und die Grundfigur des Ökonomischen mithin unmittelbar aus dem Haushalt der Natur ableiten. Im Kielwasser dieser Argumentation tauchen nun allerdings auch die vom Sozialdarwinismus immer mit hervorgebrachten Atavismen wieder auf – und Cometa versäumt nicht, darauf hinzuweisen. Die Naturalisierung kultureller Praktiken zielt (auch hier) auf die Produktion universell gültiger anthropologischer Konstanten, die das historisch Besondere entwerten und politischem Handeln entzogen sind. Als Medien biologischer Determination dienen Literatur und Kunst der bestmöglichen Anpassung und lassen sich mithin nicht länger zum Gegenraum kritischer Unangepasstheit verklären – ein verlockender Gedanke, der sich allerdings auch literatursoziologisch entwickeln lässt (etwa mit Pierre Bourdieu, der zu ganz ähnlichen Ergebnissen hinsichtlich der Funktion von anhand symbolischen Kapitals erzeugten Differenzen im gesellschaftlichen Feld kommt). Sieht man, was schwer fällt, von ihren rassistischen und sexistischen Implikaten einmal ab, so lässt sich den Einsichten der Evolutionstheoretiker kaum widersprechen – allerdings lässt sich ihnen eben auch kein literaturwissenschaftlicher Mehrwert abgewinnen, denn die genuin literaturwissenschaftlichen Fragen werden nicht nur nicht beantwortet, sondern von vornherein ausdrücklich nicht gestellt. So falsch einmal mehr der Vorwurf ist, die Kulturwissenschaften bestritten das Vorhandensein des Faktischen außerhalb des Textes, so falsch ist das Versprechen, diesem ließe sich eine irgendwie vorgängig verbürgte und der Hardware anvertraute Bedeutung abgewinnen – dieser (durchaus konstanten) Einsicht sind letztlich alle weiteren Beiträge des Bandes verpflichtet.
Die ersten drei Autor(inn)en gehen den Weg biopolitischen Denkens theoretisch weiter: Christian Marazzi (Wirtschaftswissenschaften/Lugano) differenziert und operationalisiert die Foucault’schen Begriffe in einer Weise, die ihm erlaubt zu zeigen, wie die ökonomische Produktion des Subjekts die Paradoxie der Subjektivierung auf die Spitze treibt: Für das unternehmerische Selbst fallen Freiheit und Unterwerfung gänzlich zusammen, so dass Arbeit, Konsum und letztlich jede Form der kulturellen Praxis immer zugleich vom und am Subjekt vollzogen werden. In einer psychoanalytisch informierten Deutung des Theorieangebots kann Laura Bazzicalupo (politische Philosophie/Salerno) deutlich machen, wie gerade in der ›Krise‹ die reale Präsenz eines vom bioökonomischen Imaginären abgespaltenen (kritischen) Restes sichtbar wird. Thomas Bedorf (Philosophie/Hagen) schließlich problematisiert die Rede von der ›sozialen Marktwirtschaft‹, indem er mit Foucaults Hilfe zeigt, dass ›das Soziale‹ und ›der Kapitalismus‹ einander nicht – wie es Politiker unterschiedlichster Couleur insbesondere in der ›Krise‹ suggerieren – kritisch relativieren, sondern im Gegenteil von Anfang an produktiv aufeinander bezogen sind, weil (ein Minimum an) Regulierung die Produktivität der Marktmechanismen maximiert – ohne dabei soziale Gerechtigkeit herzustellen.
Dem folgen auf unterschiedliche künstlerische Medien bezogene Fallstudien: Jörg Bernardy (Philosophie/Karlsruhe) widmet sich der von Foucault unbeantwortet gelassenen Frage nach der Ökonomisierung der Aufmerksamkeit und zeigt mit Hilfe Agambens, wie das medientechnische Dispositiv ein Subjekt produziert, dessen Gesicht – so würde Byung-Chul Han sagen – vom Antlitz zum face wird. Mit Georg Frank meint er diesem Dispositiv (auch) das positive Versprechen auf Anerkennung abgewinnen zu können; vor diesem Hintergrund liest er eine (literarisch schwache) Erzählung von Eric Emmanuel Schmitt, in der ein Mischwesen aus Peter Schlemihl und Natascha Kampusch seine Seele verkauft – in der Hoffnung darauf, aus der physischen Sichtbarkeit eine Präsenzerfahrung ableiten zu können. Danilo Mariscalco (Kulturwissenschaften/Palermo) ordnet in seinem (äußerst gut dokumentierten und sorgfältig argumentierenden) Beitrag die aktuellen Überlegungen zur Biopolitik in den Zusammenhang eines von Gramsci und Benjamin inspirierten undogmatischen marxistischen Denkens ein und kann auf diese Weise zeigen, wie Kunst und Kultur der biopolitischen Subsumtion durch die Produktion von widerständigen Bedeutungen, etwa im Netz, entzogen werden können. Die Düsseldorfer Germanistin Angela Weber präsentiert in ihrem (spannenden) Beitrag das Projekt Slave City des niederländischen Künstlerkollektivs Atelier van Lieshout, das anhand ganz unterschiedlicher Medien, Gegenstände und Materialien die künftige Stadt als ein nur mehr das nackte Leben verwaltendes Dispositiv räumlich in Szene setzt.(6) Tiziana Urbano (Germanistik/Leipzig) schließt an Webers Ausführungen an und liest Brigitte Reimanns Roman Franziska Linkerhand (1974) vor dem Hintergrund einer biopolitisch orientierten Neudeutung des städtebaulichen Programms der DDR. Die Mailänder Soziologin Giorgia Serughetti schließlich kommt in ihrem Beitrag zu einer gegen die ideologische Bevormundung insbesondere des Second-Wave-Feminismus gerichteten Neubewertung des ältesten (biopolitischen) Gewerbes der Welt.
Die folgenden Beiträge setzen sich mit der Produktion von Lebenswissen in der Literatur und anderen künstlerischen Medien auseinander. Manfredi Bernardini (Palermo) unternimmt eine biopolitische Analyse von Pier Paolo Pasolinis Film Salò oder die 120 Tage von Sodom (1975) und greift dabei zurück auf de Sades Roman aus dem Jahr 1785. Dabei vermischt er allerdings die unterschiedlichen Beschreibungsebenen in einer Weise, die weder den literarisch/filmischen, noch den politischen Problemzusammenhang der Gegenwart erhellt: Durch den Vergleich des sadistischen Universums mit einem Konzentrationslager (den Agamben so nicht macht) stellt er (sicher ohne das wirklich zu beabsichtigen) eine Nähe zwischen dem von de Sade und Pasolini thematisierten Zusammenhang von Unterwerfung und Hingabe und der im Vernichtungslager praktizierten Produktion toter Leiber her (Foucault selbst hat übrigens in seiner Besprechung von Liliana Cavanis ebenfalls von de Sade inspiriertem Film Der Nachtportier vor diesem Kurzschluss deutlich gewarnt).
Als Gegenfigur zu Pasolini begreift die Düsseldorfer Romanistin Sieglinde Borvitz die von Daniele Ciprì und Franco Maresco filmisch in Szene gesetzte Ästhetik des Monströsen (und mithin des sich in seiner Entblößung zeigenden Lebens), die jedes auf Normalisierung zielende Begreifen (auch das durch den Blick des Zuschauers) radikal herausfordert. Ihre medienkritische Deutung geht indes auf die aus medientheoretischer Sicht eher problematische Vorstellung eines einfachen medialen Manipulationszusammenhangs zurück, die die Möglichkeit, dass der (›emanzipierte‹) Zuschauer (Rancière) produktiv auf die Anrufung etwa durch das Fernsehen zu reagieren vermag, schlicht ignoriert. Der Theaterwissenschaftler Roberto Giambrone (Palermo) zeigt, wie der Schauspieler gerade dann, wenn er sich mit Leib und Seele dem theatralen Dispositiv (der Aufführung) zur Verfügung stellt, als Schauspieler zu sich kommt – und dieser Hingabe die größte künstlerische Anmut abzugewinnen vermag; der Seiltänzer verkörpert dieses Prinzip wie kein anderer: Ganz Leib beherrscht er seine Kunst – der kleinste Zweifel versetzt ihn in die Exzentrizität und stürzt ihn ins Verderben.(7) Nicole Welgen (Literaturwissenschaft/Düsseldorf) führt mit Jean Baudrillards Hilfe vor, wie Loriano Macchiavelli die politische Verunklarung der Autorschaft, die es dem italienischen Staat in den 1970er Jahren erlaubte, die Installation von Sicherheitsdispositiven mit dem Hinweis auf die Vorgängigkeit der terroristischen Gewalt zu legitimieren, durch das Spiel mit der auktorialen Verantwortung literarisch reproduziert, um so den biopolitischen Diskurs zu unterhöhlen.
Valentina Mignano (Kulturwissenschaften/Palermo) legt dar, dass das Online-Sharing von digitalen Bildern nicht allein Ausdruck exhibitionistischer Selbstbezüglichkeit ist, sondern auch die Möglichkeit bietet, den Bildern der Überwachung andere Bilder und Bilder anderer Sachverhalte entgegenzusetzen und mithin neue und widerständige Formen von Subjektivität und politischem Handeln zu produzieren: In der ›Transparenzgesellschaft‹ (Byung-Chul Han) bleibt dem Subjekt nur, sich selbst der Sichtbarkeit auszusetzen – in einer Weise, mit der der politisch-mediale Komplex nicht rechnet.
Die Autorinnen des letzten Abschnitts widmen sich der Frage nach den biopolitischen Implikationen der Migration (und ihrer literarischen Verarbeitung). Die Germanistin Federica Marzi nutzt das Instrumentarium biopolitischer Theorie für den Nachweis überraschender Kontinuitäten in der Geschichte der italienisch-deutschen Arbeitsmigration und, vor diesem Hintergrund, für eine aufschlussreiche Neulektüre deutscher Literatur aus der Feder italienischer Migranten (Biondi, Chiellino...). Die Kulturwissenschaftlerin Serena Marcenò (Palermo) schließlich fragt nach dem Verhältnis von Subalternität und Emanzipation und zeigt am Beispiel der Ende der 1980er Jahre nach Israel ausgewanderten äthiopischen Juden, wie gerade die Erfahrung epistemischer Gewalt den Subalternen (der durch die Internalisierung der herrschenden Kategorien an der Herrschaft teilhaben kann) letztlich auch zum Handeln befähigt. Mit Marcenòs Text steht einer der aufschlussreichsten Beiträge am Ende dieses sehr lesenswerten Buches – das Wesentliches dazu beiträgt, die Kunst, das Leben zu ›bewirtschaften‹, für (und durch) die Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften produktiv zu machen.

Dr. Urs Urban, Université de Strasbourg, Département d’Etudes allemandes, 22 rue René Descartes, F-67084 Strasbourg-Cedex; E-Mail: uurban@unistra.fr
 

Anmerkungen

(1) Ein zweiter Band soll die Publikation vervollständigen: Vittoria Borsò (Hg.), Wissen und Leben – Wissen für das Leben. Herausforderungen einer affirmativen Biopolitik. Bielefeld: Transcript 2013 (August).[zurück]
(2) Foucault selbst unterscheidet dabei nicht deutlich zwischen Biomacht und Biopolitik, jedoch lässt sich diese Unterscheidung aus seinen Ausführungen ableiten; vgl. etwa Judith Revel, Le vocabulaire de Foucault. Paris 2002, S. 13-15.[zurück]
(3) Vittoria Borsò, ›Bio-Poetik‹. Das ›Wissen für das Leben‹ in der Literatur und den Künsten. In: Wolfgang Assholt/Ottmar Ette (Hg.), Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft. Tübingen 2010, S. 223-246.[zurück]
(4) Ottmar Ette, ÜberLebenswissen. Die Aufgabe der Philologie. Berlin: Kadmos 2004 (und weitere Publikationen mit ähnlicher Perspektive). Dünne bezieht sich in seiner Rezension auf Borsòs o.g. Programmschrift; http://web.fu-berlin.de/phin/phin57/p57t8.htm, S. 81f.[zurück]
(5) Vgl. etwa Karl Eibl, Animal poeta. Bausteine zur biologischen Kultur- und Literaturtheorie. Paderborn 2004.[zurück]
(6) Weber versäumt es nicht, auf die literarischen Entwürfe solcher Gesellschaftsmodelle hinzuweisen; man könnte über die von ihr hergestellten Bezüge hinaus an Fritz Langs Film Metropolis (1927) denken, sowie an Georges Perecs Roman W ou le souvenir d’enfance (1975), der sich eindringlich der Darstellung einer biopolitisch determinierten Gesellschaft widmet, in der die Produktion des Lebens letztlich immer den Tod (mit) hervorbringt; vgl. hierzu: Urs Urban, Homo athleticus et homo sacer. Le corps sportif et la production biopolitique du sujet chez Georges Perec, Philippe Grimbert et dans un roman de Michel Tournier qui n’a jamais été écrit. In: Maciej Forycki (Hg.), Jeux et sports de la Renaissance à nos jours. Poznán 2013.[zurück]
(7) Giambrones Ausführungen sind restlos überzeugend – dennoch mag daran erinnert sein, dass bereits Jean Genet in seinem berühmten Essay über den Seiltänzer (Le funambule) ganz ähnliche Gedanken entwickelt hat.[zurück]