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In: KulturPoetik 2007, Heft 2

Autor

Thomas Pekar

Titel

Reiseliteratur im Zeitalter des Massentourismus
(1) Ulla Biernat, »Ich bin nicht der erste Fremde hier«. Zur deutschsprachigen Reiseliteratur nach 1945. Würzburg: Königshausen & Neumann 2004. 248 S.
(2) Narjes Khodaee Kalatehbali, Das Fremde in der Literatur. Postkoloniale Fremdheitskonstruktionen in Werken von Elias Canetti, Günter Grass und Josef Winkler. Münster: Lit Verlag 2005. 254 S.
(3) Carmen Ulrich, Sinn und Sinnlichkeit. Indien(be)schreibungen von Hubert Fichte, Günter Grass und Josef Winkler. München: Iudicium Verlag 2004. 310 S.

Kategorie

Rezension

Volltext

Seitdem das ›Reisen‹ und die ›Reiseliteratur‹ für die Kulturwissenschaften entdeckt worden sind, haben wissenschaftliche Aktivitäten rund um dieses Thema wie Graduiertenkollegs, Symposien, Kolloquien und nicht zuletzt auch Dissertationen stark zugenommen. Bei den drei hier vorzustellenden Büchern handelt es sich um solche Dissertationen zur deutschsprachigen Reiseliteratur der Nachkriegszeit.


Ulla Biernat, »Ich bin nicht der erste Fremde hier«. Zur deutschsprachigen Reiseliteratur nach 1945. Würzburg: Königshausen & Neumann 2004. 248 S.

Ulla Biernat beschäftigt sich in ihrer an der Universität Marburg entstandenen Studie mit der deutschsprachigen Reiseliteratur nach 1945, zunächst unter der grundsätzlichen Problemstellung des Tourismus überhaupt. Die Frage hier ist, ob der Massentourismus dem Reisen und dem Schreiben über das Reisen ein Ende bereitet habe, was die Autorin in gewisser Weise bejaht. Dennoch haben fast alle namhaften Autoren seit 1945 Reiseberichte geschrieben, was Biernat mit einer eindrucksvoll langen Namensliste (von Andersch bis Wohmann) belegt. Die Reiseliteratur sei zu einer ›hybriden Gattung‹ mutiert, für die ›Intertextualität‹ zum entscheidenden Kennzeichen geworden sei. Das ›Fremde‹ – und Biernat konstatiert seine nach wie vor gültige Relevanz für Reiseliteratur/Reiseberichte(1) – sei also eine (im Grunde fiktiv vorgängig erzeugte) Konstruktion.

Nach diesen begrifflichen Klärungsversuchen wendet sich die Autorin einer wahrhaft herkulischen Arbeit zu, nämlich der Untersuchung von rund 30 Texten der Reiseliteratur, die sie aus einem Korpus von ca. 250 Texten herauskondensiert hat. Neben der westdeutschen Reiseliteratur soll dabei auch die der DDR besondere Berücksichtigung finden. Angesichts dieser Vielfalt von Themen und Autoren beschleicht den Leser ein gewisses Unbehagen, welches dann allerdings zunächst einmal durch einen sehr klaren Textaufbau aufgewogen wird: Die Autorin gliedert ihren Text in ›dekadische Fünferschritte‹, beginnt also mit der Reiseliteratur in den fünfziger Jahren und endet mit der in den neunziger Jahren.

Für das Reisen in diesen ersten Nachkriegsjahren skizziert sie zunächst einmal die allgemeinen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Verwirrend ist es hier allerdings sogleich, dass die Autorin in einem einzigen Kapitel sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR thematisiert, obwohl es auf der Hand liegt, dass die Bedingungen und Ziele des Reisens in der DDR (z.B. Aufbau eines ›sozialistischen Erholungswesens‹) vollkommen anders als im Westen waren. Dieses gleichsam ›Zusammenzwingen‹ von durchaus auseinander laufenden Entwicklungen zeigt sich dann auch in der Thematisierung der Reiseziele, wenn es einerseits um Italien als das bevorzugte Reiseziel West und andererseits um die Sowjetunion als (wohl nicht ganz freiwillig) bevorzugtes Reiseziel Ost geht.  Beide Reiseziele mit arg pauschalisierenden Bemerkungen – wie: Es gehe in beiden Fällen um ›kulturelle Sinnstiftung‹ (vgl. S. 42) – unter einen Hut zwingen zu wollen, wirkt doch recht deplaziert.

Die sechziger Jahre sieht die Autorin vom »Durchbruch des Massentourismus« (S. 67) geprägt; zu diesem Thema trägt sie einige theoretische Überlegungen, besonders in Hinsicht auf die semiotische Organisation des ›touristischen Blickes‹ bei. Dieser Blick produziere eine exotisch-ästhetische Welt, in der die Fremde bewusst als unerreichbar angesehen werde. Ein Beispiel für diese Haltung findet Biernat in Canettis Reisebericht Die Stimmen von Marrakesch (1967),(2) der das Nicht-Verstehen provoziere und »das Fremde in seiner Rätselhaftigkeit« (S. 85) belasse.

Die siebziger Jahre sieht sie von der »Ausdifferenzierung des Massentourismus« (S. 99) (in z.B. Familien-, Single-, Jugendreise) und einer »wissenschaftlichen Auseinandersetzung« (S. 102) mit dem Reisen geprägt, für die eine Ethnologie zur Leitwissenschaft wurde, die den Glauben an einen objektiven, distanzierten Beobachter aufgegeben habe; dementsprechend sei Reiseliteratur nun als eine »Versuchsanordnung zwischen Selbst und Anderem« (S. 110) anzusehen, wie dies vielleicht paradigmatisch in dem ›ethnopoetischen‹ Buch Xango(3) von Hubert Fichte zu finden ist, in dem der Autor an Voodoo-Riten beobachtend teilnimmt.

Typisch für den Reise-Diskurs der achtziger Jahre sei eine »simulierte Authentizität« (S. 135) wie sie in Ferienclubs, Themenhotels und Vergnügungsparks wie Disneyland zu finden ist. Mehr und mehr hielten sich Reisende in der Geschlossenheit der virtuellen Welt ihrer Ferienanlagen auf. Auch in der Reiseliteratur findet Biernat diese Tendenz zur »Simulation des Anderen« (S. 153), beispielhaft in Robert Gernhardts Buch Die Madagaskar-Reise (1980) – ein ›Bericht‹ über eine Reise, die nie stattfand!

Die neunziger Jahre schließlich seien in touristischer Hinsicht durch ein intensives Raum-Erleben geprägt, z.B. in historischen Anlagen oder in Gedächtnisstätten, die an Krieg oder Genozid erinnern, und in denen ›Erlebnisinszenierungen‹ stattfänden. Auch die Reiseliteratur konzentriere sich weniger auf Reiseverläufe als vielmehr auf Reiseorte, an denen sich oft komische und groteske Inszenierungen von Fremdheitserfahrungen entfalten würden; das Beispiel dafür ist Christian Krachts und Eckhart Nickels ›Weltreiseführer‹ Ferien für immer (1998), der, wie es im Untertitel heißt, den Reisenden an die ›angenehmsten Orte der Welt‹ führen will.

In ihrem Schlussteil unterstreicht die Autorin die grundsätzliche Bedeutung des Tourismus, den sie für einen »Spiegel des gesellschaftlichen Wandels in West- und Ostdeutschland« (S. 209) hält. Diese soziokulturellen Bedingungen und Funktionen des Reisens findet die Autorin dann auch in der Reiseliteratur wieder, in der sie verschiedene Grundströmungen (wie ›Kulturpessimismus‹, ›Selbsterfahrung‹, ›Erlebnistourismus‹ etc.) erkennt. Fokussiert auf die Problematik eines »kulturellen Wissens vom Anderen« (S. 212) – und darauf spitzt Biernat ihr Forschungsinteresse zu –, habe die Reiseliteratur enorme kulturwissenschaftliche Relevanz, befinde sie sich doch »an der Schnittstelle« von ganz unterschiedlichen Wissensgebieten und führe »die Produktion von kulturellem Wissen auf exemplarische Weise vor« (S. 216).

Biernats Schlussplädoyer unterstreicht damit eindrucksvoll die kultur- und literaturwissenschaftliche Bedeutung ihres Unternehmens, doch es stellt sich die Frage, ob die Autorin nicht einen zu hohen Anspruch an ihr Buch erhebt: Will man nämlich eine Geschichte und Theorie des Tourismus geben und die deutschsprachige Reiseliteratur immerhin der letzten 50 Jahre – in Ost und West – aufarbeiten (um nur die beiden wichtigsten Schwerpunkte ihrer Untersuchung zu nennen), so kann man dies in dem doch begrenzten Rahmen einer Dissertation wohl nicht tun, ohne zuweilen ins Plakative und Schematische zu verfallen.  Dieser Gefahr entgeht Biernat keineswegs: Wenn etwa Reiseberichte mit halben Sätzen oder nur einem einzigen Satz abgefertigt werden, dann haben solche Bemerkungen so gut wie keinen Erkenntniswert. Auch wäre grundsätzlich zu fragen, ob die chronologische Einteilung in Dekaden, die die Autorin jeweils auf bestimmte Begriffe bringt, die für diese Dekaden dann kennzeichnend sein sollen, nicht ein viel zu grobes und oberflächliches Raster sind.

Trotz dieser kritischen Einwände bleibt Biernats Studie wichtig und verdienstvoll, da sie zum einen ein besonderes Gewicht auf die noch in den Kinderschuhen steckende Tourismusgeschichte und -forschung legt; zum anderen leistet sie in Hinsicht auf die Reiseliteratur selbst wichtige Vorarbeiten, die vielleicht irgendwann einmal in einem umfangreichen literaturgeschichtlichen Werk zur modernen deutschen Reiseliteratur eingelöst werden können. Dass hier noch enormer Forschungsbedarf besteht – darauf weist Biernats Buch nicht zuletzt deutlich hin.
 

Narjes Khodaee Kalatehbali, Das Fremde in der Literatur. Postkoloniale Fremdheitskonstruktionen in Werken von Elias Canetti, Günter Grass und Josef Winkler. Münster: Lit Verlag 2005. 254 S.

Kalatehbali beschäftigt sich in ihrer Dissertation »mit Darstellungen des Fremden und kultureller Alterität« (S. 1) bei Elias Canetti, Günter Grass und Josef Winkler. Der theoretische Hintergrund ihrer Studie wird im Untertitel deutlich, wenn die Autorin von ›postkolonialen Fremdheitskonstruktionen‹ spricht. Dabei entspricht dieser theoretische Rahmen ihren literarischen Untersuchungsobjekten insoweit, als diese Texte in der historischen Phase des Postkolonialismus – also seit Mitte des 20. Jahrhunderts – entstanden sind. Unter ›postkolonial‹ versteht die Autorin jedoch weit mehr als eine bloße Epochenbezeichnung, sondern ein komplexes Konzept, welches sich um die Problematik der Macht – der Macht der europäischen Kolonialmächte – zentriert. Diese Macht entbinde Hierarchien, Repräsentationen, Diskurse, die die außereuropäischen Völker in bestimmter Weise zu Objekten der Kolonisatoren machten. Die Autorin konstatiert – und dieses ist ja eine Grundannahme des Postkolonialismus überhaupt – ein Fortwirken dieser Macht- und Herrschaftsstrukturen auch nach dem Zerfall der Kolonialreiche. Der viel versprechende Interpretationsansatz von Kalatehbali besteht darin, diesen Verstrickungen nachzugehen, die sich mit literarischen Fremdheitsdarstellungen verbinden, insoweit sie sowohl die koloniale Macht kritisieren als auch fortschreiben und fortsetzen; die Problematik besteht eben darin, dass zuweilen auch ein kritisches (oder sich selbst als kritisch verstehendes) Bewusstsein durchaus koloniale Sichtweisen gleichsam ›unter der Hand‹ fortsetzt.

Nach einer sehr knappen, aber durchaus gehaltvollen Skizzierung dieses theoretischen Rahmens setzt die Autorin mit der Untersuchung von Elias Canettis Reiseaufzeichnungen Die Stimmen von Marrakesch ein. Die Autorin konstatiert hier weniger überkommene Orient-Topoi als vielmehr eine ›Fortsetzung‹ der »eigentümlichen anthropologischen Studien« (S. 27) Canettis, die insbesondere auf elementare körperliche Ausdrucks- (wie Laute, Stimmen) und Rezeptionsformen (wie das Hören) des Menschen gerichtet seien. Insgesamt bewertet Kalatehbali Canettis Reiseaufzeichnungen als einen »Schwellentext« (S. 71), der den Übergang von kolonialistischen Denk- und Sehweisen zu postkolonialen leiste.

In dem umfangreichsten Kapitel ihres Buches geht es Kalatehbali um Günter Grass’ »Annäherungen an indische Slumlandschaften« (S. 76), wie es die Autorin vielleicht ein wenig ironisch nennt. Grass hatte sich in den 1970er und 1980er Jahren dreimal mit Indien beschäftigt, zunächst 1977, in einem Kapitel des Butt, dann 1980 in Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus und schließlich 1988 in seiner Reisebeschreibung Zunge zeigen.

Grass thematisiere im Butt seine Position als Angehöriger des ›kolonialen‹ und ›reichen Westens‹, wenn er in der Maske des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama (1469-1524), der den Seeweg nach Indien entdeckte (und die ersten indischen Gewürze zur Bereicherung der europäischen Küche mitbrachte), dorthin reist – und damit von vornherein koloniale Asymmetrien mit aufnimmt. Diese ›spielerische‹ – und wohl von Grass als subversiv verstandene – koloniale Haltung stoße jedoch, so die Autorin, angesichts der Elendsviertel von Kalkutta an ihre Grenzen; Grass könne das Thema ›Hunger‹ »nicht ästhetisch bewältigen« (S. 88); wobei allerdings die Autorin nicht weiter danach fragt, wie eine solche ›Bewältigung‹ aussehen könnte und ob sie überhaupt – wenn sie denn zu leisten wäre! – wünschenswert sei.

Fundierter erscheint eine andere Kritik an Grass’ Indiensicht, die die angesprochenen ›postkolonialen‹ Ambivalenzen aufnimmt: Grass’ ›progressiver‹ Blick auf das indische Hungerelend  schließe alles aus, »was abseits der Slums und Armutsviertel« (S. 84) liege; Grass habe z.B. indische Schriftstellerkollegen vollkommen ignoriert, was diese im übrigen auch heftigst kritisierten.(4)

Zeugnis seiner wohl intensivsten Begegnung mit Indien und Kalkutta ist Grass’ mit vielen eigenen Zeichnungen ausgestattetes Buch Zunge zeigen, welches sich seinem etwa halbjährigen Aufenthalt dort verdankt. Kalatehbali begreift Grass’ Schreibstrategien im postkolonialen Kontext als ›Selbst-Inszenierungen‹. Und zwar inszeniere sich Grass in erster Linie als eine ›kulturelle Instanz‹, die das Projekt der europäischen Aufklärung  auch in die ›westbengalischen Müllberge und Slumlandschaften‹ (vgl. S. 122) hineintragen wolle. Dieser aufklärerische Impetus werde aber durch ein mythisch-apokalyptisches Zentralmotiv konterkariert, nämlich »die Zunge zeigende titelprägende schwarze Göttin ›Kali‹« (S. 130). Diese hinduistische Göttin des Todes, der Zerstörung, aber auch der Erneuerung sei für Grass in Kalkutta allgegenwärtig. Er funktionalisiere und instrumentalisiere jedoch so die indische Mythologie, zwänge sie in den Rahmen eines sich als aufklärerisch, dialektisch und kritisch verstehenden Denkens, welches die globale kapitalistische Zerstörungsmaschinerie aufhalten wolle. Damit füge sich Grass allerdings nur in den – dann eben (post-)kolonialen – Diskurs ein, der schon immer die indische Mythologie dazu benutzt habe, um eigene (westlich-europäische) Frage- und Problemstellungen zu beleuchten.

Der letzte Text, den  Kalatehbali behandelt, ist der Roman Domra. Am Ufer des Ganges (2000) des österreichischen Autors Josef Winkler. Winkler schrieb diesen Roman zwischen 1993 und 1995 während mehrerer Aufenthalte in Benares, wo er vor allem eine Einäscherungsstätte am Ufer des Ganges besuchte und sich dort besonders mit dem Leben der – titelgebenden – Domra, der Leichenbestatter aus der Kaste der Unberührbaren, beschäftigte. Kalatehbali stellt diesen Text zunächst in den Zusammenhang mit der in anderen Werken Winklers zum Ausdruck kommenden »Todesobsession« (S. 168), die sich bei ihm mit der Inszenierung (homo-)sexueller Obsessionen verbinde. Die Autorin konstatiert zunächst die vielen selbstbezüglichen Momente dieses Romans, die sich auf Winklers Kindheit und Jugend in dem kleinen Dorf in Kärnten, in dem er aufwuchs, beziehen; hier positioniere sich Winkler – vor allem durch seine Homosexualität – als ›Außenseiter‹, was Kalatehbali auf den Begriff der »eigenkulturellen Fremdheitsdimension« bringt; diese Dimension unterscheidet sie von den »Darstellungsstrategien des Kulturellfremden« (S. 185). Dieses ›Kulturellfremde‹ sei in diesem Roman – ganz wie in einer ethnografischen Untersuchung – streng auf ein bestimmtes ›Feld‹ begrenzt, nämlich auf das Leben der Domra bzw. auf ihre Tätigkeit, das Leichenverbrennen, welches Winkler in einer ungewöhnlich detaillierten und durchaus auch langatmigen Weise schildere. Diese besondere Sprache Winklers charakterisiert die Autorin als eine ›nicht begriffliche‹; Winkler dehne »die akribische Darstellungen der sinnlichen Phänomene in die Breite« aus, »ohne eine erkennbare Ambition« zu haben, »die ausgewählten Bilder inhaltlich zu bündeln« (S. 188).

In thematischer Hinsicht konzentriere er sich im Grunde nur auf zwei Themen, »Thanatos und Eros« (S. 197), denn was, neben dem Tod, im Mittelpunkt seiner Beobachtungen stände, seien die – zumeist – halbnackten Domra-Knaben am Ufer des Ganges. Winkler (bzw. der ›Ich-Erzähler‹) – hier von der Autorin in die Tradition der sexistischen europäischen Exotik-Phantasien gestellt – wird nicht müde, diese z.B. bei ihren Waschungen und auch Zurschaustellungen ihrer Nacktheit zu schildern. Auch wird in dem Roman ein Oralverkehr akribisch beschrieben, den der Ich-Erzähler bei einem dieser Knaben ausführt. Hier liegt natürlich der Vorwurf der ›Kinderprostitution‹ und des ›Sex-Tourismus‹ nahe; allerdings versucht die Autorin durch eine ausführliche Analyse dieser Textsequenz eine Art ›Ehrenrettung‹ Winklers zu leisten: Da Winkler (bzw. der Erzähler) bei der Schilderung dieser Sex-Szene seine eigene Lust ausklammere und die des Knaben hervorhebe, wolle er die »Asymmetrie des Verhältnisses« (S. 203) zwischen dem Reisenden aus dem ›reichen‹ Westen und dem ›Slum-Knaben‹ kompensieren. Dieser Ehrenrettungsversuch kann meines Erachtens  aber nicht überzeugen, da es doch wohl naheliegender wäre zu sagen, dass dieser Ich-Erzähler gerade seine spezifische Lust im Voyeurismus und der Unterwürfigkeit findet. Allerdings entwickelt dann die Autorin einen sehr überzeugenden Argumentationsgang, um die Problematik dieser Sex-Szene auf den Punkt zu bringen: Die darin beschriebenen sexuellen Praktiken wären als erotische Grenzüberschreitungen und Perversionen anzusehen, welche im westlichen (sprich: europäischen, österreichischen, dörflich-kärtnerischen) Kontext »als Revolte gegen starre Machtstrukturen« (z.B. patriarchaler Macht) anzusehen seien; im Kontext dieser ›imperialen Situation‹ (Tourist trifft Slum-Knaben) »könnten« sie allerdings als »Ausbeutungspraktiken missverstanden werden« (S. 204). Man könnte aber auch sagen, dass sie ganz einfach und unmissverständlich wirkliche Ausbeutungspraktiken sind.

Was die Verfasserin am Ende dann als Gemeinsamkeit bei allen drei Schriftstellern konstatiert, ist eine ›monologische Darstellung des Anderen und fehlendes Interesse für die Sichtweise des Fremden‹ (vgl. S. 235). Canetti postuliere zwar eine Vielstimmigkeit, filtere aber letztlich alle eingefangenen Stimmen durch seine monoperspektivische Erzählweise; Grass fühle sich zwar aufgerufen, für die Ausgebeuteten und Entrechteten zu sprechen, erteile ihnen jedoch in seinen Indien-Texten nie selbst das Wort; und Winklers Roman sei vollkommen unkommunikativ, ja grenze an Autismus. Dass Reiseberichte auch dialogisch und vielstimmig sein können, postuliert die Autorin mit Hinweis auf Hubert Fichte, Uwe Timm und V.S. Naipaul, ohne dies allerdings dann auch durch eine konkrete Textanalyse belegen zu können.

Insgesamt lässt sich zu dieser Arbeit sagen, dass sie, vor allem dank ihrer ›postkolonialistischen‹ Ausrichtung, zu einleuchtenden und nachvollziehbaren, wenn auch pessimistischen Aussagen über die drei analysierten Texte kommt. Die Studie zeigt vor allem – am schlüssigsten wohl im Grass-Kapitel – wie hinter der Fassade eines sich als aufgeklärt und progressiv gebenden Bewusstseins kolonial-autoritative Traditionen weiterlaufen, in denen Anderes und Fremdes nach wie vor keinen eigenen Platz hat, sondern zum bloßen Stoff- oder Statistensein degradiert wird.

Negativ wäre anzumerken, dass die Autorin den an sich flüssigen Gang ihrer Argumentation zu oft durch Exkurse bzw. exkursartige Abschweifungen unterbricht, die oftmals rein ›assoziativ‹ zu sein scheinen. Ihre Bemerkungen zu Laurence Sterne, Walter Benjamin, Thomas Mann, Nietzsche, Engels, Hofmannsthal, Hesse ..., die die Autorin en passant einstreut, mögen zwar ihre Belesenheit zeigen, erscheinen aber oft nicht zwingend notwendig.
 

Carmen Ulrich, Sinn und Sinnlichkeit. Indien(be)schreibungen von Hubert Fichte, Günter Grass und Josef Winkler. München: Iudicium Verlag 2004. 310 S.

Carmen Ulrichs Thema in ihrer Münchner Dissertation sind Indienbeschreibungen von Hubert Fichte und wiederum von Günter Grass und Josef Winkler. Allerdings spricht Ulrich im Untertitel genauer von ›Indien(be)schreibungen‹, womit sie an ein Wort von Hubert Fichte anknüpft, der von ›Reiseschreibung‹ spricht, um damit, so die Deutung Ulrichs, die Verweigerung artikuliere, »die unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Erfahrungen einer Reise in ein harmonisches und abschließendes Resümee zu überführen«; ›Schreibung‹ statt ›Beschreibung‹ entzöge sich »von vornherein der Beurteilung nach den Prinzipien Faktizität und Fiktion« (S. 14). Damit meldet die Autorin sogleich ein besonderes Forschungsinteresse an dem literarisch-poetischen Gehalt ihrer drei Indien-Texte an.

In einem umfangreichen Theorie-Kapitel entwickelt Ulrich die Grundlagen ihres Buches, wobei sie einmal auf den Funktionsverlust bzw. -wandel der Reiseliteratur im Zeitalter des Massentourismus eingeht; ähnlich wie Biernat konstatiert sie auch das ›Freiwerden‹ des Reisethemas für »vielfältige Ästhetisierungen«,(5) denen eine starre Fixierung auf ein feststehendes ›Bild‹ (z.B. eben ›Indienbild‹) entgegenstehe. Mit einer anspruchsvollen Argumentation, die sich u.a. auch auf Heideggers ›Bild-Theorie‹ bezieht, versucht Ulrich eine gleichsam dynamische Neubestimmung von ›Bild‹ zu geben, wenn sie es schließlich als »Ergebnis einer performativen Inszenierung von Imaginärem« (S. 33) begreift und es im Spannungsfeld der Begriffe ›Mimesis‹ und ›Performanz‹ ansiedelt.

Diese Dynamisierung findet auch in ihrem Kulturverständnis Widerhall, wenn sie, angelehnt an den indischen Germanisten Anil Bhatti, eigens ein ›Kulturkonzept‹ entwickelt, in welchem sich vor allem verschiedene Kulturen überschneiden und überlagern. Der Literatur komme in diesem Konzept die Aufgabe zu, »Differenzen auszuformen und Identitäten zu verflüssigen« (S. 42); damit entstehe ›Transgression‹ als »die Überschreitung fester Ordnungsstrukturen« (S. 80). Literatur müsse somit ein Doppeltes leisten: Zum einen sich mit der fremden Kultur auseinandersetzen; zum anderen aber auch die eigene Position, die des Erzählers bzw., wie Ulrich sagt, »des Beobachters« (S. 49), problematisieren.

Ihre Analyse setzt dann an bestimmten Themen an, die für ›Transgression‹ in besonderer Weise geeignet zu sein scheinen, wie z.B. Beschreibungen des ersten Kontaktes mit dem Fremden (hier manifestiere sich »die verstörende Präsenz des Fremden« (S. 55) in besonderer Weise),(6) Darstellungen der (z.B. faszinierend ›exotischen‹) Körperlichkeit von Fremden und schließlich Schilderungen von Ritualen, die als Erscheinungsformen der ›fremden Wirklichkeit‹ aufzufassen seien. All diese Bereiche werden von Ulrich mit großem Aufwand und dem neuesten kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschungsstand entsprechend vorgestellt. Ein wenig von diesem umfangreichen, immerhin über achtzig Seiten umfassenden Theorieteil ermüdet, wendet sich der Leser dann den konkreten Textanalysen zu.

Hier beginnt Ulrich mit Hubert Fichtes Buch Wolli Indienfahrer (1978), was vielleicht überraschen mag, da dieses Buch, obwohl als ›Roman‹ tituliert, aus Interviews besteht, die Hubert Fichte mit Bordellbesitzern und Prostituierten in St. Pauli führte. Bei Wolli handelt es sich um einen solchen Bordellbesitzer, der in den siebziger Jahren einmal nach Indien reiste; seine Indienreise ist Gegenstand des dritten und letzten Interviews, welches Fichte mit ihm führte; damit ist die Textbasis nicht allzu umfangreich, zudem diese Indienreise keineswegs das zentrale Thema des Buches ist; hier geht es vielmehr um eine Art ›Ethnografie des Inlands‹, d.h. der Welt St. Paulis, und eben nicht einer ›fremden‹ Welt, wie in vielen anderen Büchern Fichtes.

Fast könnte man vermuten, als missverstehe Ulrich den Titel dieses Buches etwas, wenn sie schreibt, dass er »etwas irreführend« wirke, »weil Wollis Indienreise überhaupt nur in einem der insgesamt sieben Interviews« (S. 91) thematisiert werde. Nun lautet der Titel aber nicht ›Wollis Indienreise‹ oder ›Wollis Indienfahrt‹, sondern Wolli Indienfahrer, d.h. seine Indienreise steht gar nicht im Mittelpunkt, sondern es geht in erster Linie eben um diesen Wolli als besonders interessanten Außenseiter-Typen.

Ulrich liest nun dieses Interview, Fichtes Gattungsbezeichnung ›Roman‹ folgend, insgesamt als einen poetischen Text, in dem auch (der interviewende) Fichte und Wolli »gewissermaßen zu fingierten Figuren« (S. 103) werden. Sie unterscheidet also den Autor Fichte (den sie dann in Großbuchstaben schreibt) und den Interviewer Fichte.(7

Diesen also fiktionalisierten Interview-Text untersucht sie dann unter der Perspektive ihrer aus dem Theorie-Teil entwickelten Fragen, z.B. in Hinsicht auf die First-Contact-Szene, die allerdings nun gerade nicht explizit hier auftauche. Dieses Fehlen sei aber bedeutsam, da dadurch Fichte »zu den ersten Schriftstellern einer ethnographisch grundierten Literatur« gehöre, »die von den Postulaten des Originellen und Authentischen Abstand« (S. 121) nehme. Diese Aussage mag vielleicht zutreffend sein, nur ihre Herleitung aus dem Fehlen einer solchen Szene wirkt ein wenig überzogen. Überzogen mag es auch sein, wenn Ulrich den zuweilen recht banalen Aussagen Wollis komplexe Bedeutungen zuspricht: Wenn er z.B. sagt: »An St. Pauli hat mich der Sex interessiert und jetzt interessieren mich die Reisen«,(8) und Ulrich hier eine »Parallele zum platonischen Stufenweg« (S. 134) zu entdecken glaubt, erscheint dies recht weit hergeholt.

In ihrem Grass-Teil, in dem sich Ulrich auf dieselben Grass-Texte wie Kalatehbali bezieht, werden zunächst einmal die vielfältigen literarischen Verfahrensweisen, die Grass verwendet, thematisiert. Sie konstatiert hier insgesamt einen »Mangel an literarischer Gestaltungskraft« (S. 180) und eine »Ästhetisierung bestimmter Wirklichkeitsausschnitte« (S. 185), die einen direkten Wirklichkeitskontakt verhindere. Grass’ Begriff einer ›Ästhetik der Armut‹(9) bezeichnet sie als ›prekär‹, da er Moral und Ästhetik miteinander vermische und Ausdruck einer Distanzierung sei.

Winklers Roman Domra wird von Ulrich primär als poetisch-fiktionaler Text und weniger als biographischer Reisebericht gelesen, obwohl sie auf Winklers Spuren eigens nach Indien reiste und Domras nach Erinnerungen an ihn befragte (vgl. S. 210, FN 709). Ähnlich wie Kalatehbali konstatiert auch sie die Verweigerung Winklers, die fremde Wirklichkeit zu erklären und zu deuten, was sie allerdings, anders als Kalatehbali, positiv deutet – es entstünden nämlich »anstelle von Deutungen [...] Räume, deren Sinn latent« (S. 222) bleibe, bzw. es bilde sich ein komplexes Ineinander von empirischer Beobachtung, »Traum, Imagination und surrealistischer Transformation von Wirklichkeit« (S. 262).

Auch seien Winklers Beobachtungen »frei von aller Exotik« (S. 236) – eine überraschende Bemerkung angesichts all der lendenschurzbedeckten Knaben, die bei ihm auftauchen; über die Oralverkehr-Szene, die bei Kalatehbali – wie dargestellt – einer ausführlichen Deutung unterzogen wird, geht Ulrich überaus dezent hinweg, spricht nur von einer ›Hotelszene‹, in der »der Erzähler in einer Distanz« (S. 239) verbleibe, was angesichts des beschriebenen Oralverkehrs recht merkwürdig klingt.

Überzeugender sind dann allerdings Ulrichs Bemerkungen zum Ritual, welches, als Verbrennen der Leichen am Ufer des Ganges, im Zentrum der Beobachtungen Winklers steht: Hier erkennt die Autorin eine Überführung der rituellen Praxis in die Textkonstitution selbst: »Durch die liturgische Wiederholungsstruktur des Textes« werde eine »ästhetische Wirklichkeit« (S. 259) erzeugt, die als ›imaginäre Abbildung‹ der beobachteten Rituale aufzufassen sei.

In ihrem Fazit geht Ulrich auf die Problematik des ›dritten Standpunktes‹ ein, der jenseits ›dichotomer Wahrnehmungsstrukturen‹ anzusiedeln sei. Dieses ›Dritte‹, als ein ganz eigener, poetisch-fiktionaler Raum der Reise- bzw. Indien(be)schreibung, könne zwischen Abreise und Ankunft entstehen. Dieses wäre sozusagen das ideale Modell, welchem aber nicht alle von Ulrich analysierten Autoren folgen: Bei Grass etwa dominiere nach wie vor das dualistische Konzept; sein Schreiben bleibe von Indien eigentlich unberührt; bei Fichte hingegen werde »die poröse Heterogenität der Wirklichkeit in die Kunst hinein« (S. 269) geholt; Winkler schließlich halte »die Erfahrung der Fremdartigkeit« nicht nur nicht aufrecht, sondern mache sie auch noch »ästhetisch nutzbar«, weshalb sein Roman Domra »die bedeutendste deutschsprachige Indienliterarisierung der Gegenwart« (S. 269) sei.

Ulrich verhehlt ihre Vorlieben also nicht. Die Frage ist nur, ob man ihre Begründungen dafür nachvollziehen mag: Gerade ihre Winkler-Deutung erscheint problematisch, da sie sich letztlich auf die ›Poetizität‹ als alleiniges Kriterium beruft und dabei von (z.B. postkolonialen) Kontexten abstrahiert. Überhaupt hat man den Eindruck, dass der sehr hohe theoretisch-wissenschaftliche Aufwand, den sie betreibt (ihre Arbeit hat über 900 Fußnoten) – und der sicherlich auch zu wichtigen Teilergebnissen führt –, nicht immer für die konkrete Textanalyse notwendig ist, ja zuweilen den Zugang auf die Texte wenn nicht verstellt, so doch zumindest arg verkompliziert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die drei hier vorgestellten Arbeiten sich unterschiedlichen literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen Methoden zuordnen lassen: Ulla Biernat gibt mit den Hinweisen auf die Entwicklungen des Tourismus ihrer breit angelegten literaturgeschichtlichen Studie ein sozialgeschichtliches bzw. soziokulturelles Fundament; Narjes Khodaee Kalatehbali zeigt überzeugend, dass eine am Postkolonialismus orientierte Herangehensweise weitreichende und kritische Aussagen auch über deutschsprachige Texte ermöglicht; Carmen Ulrichs ›close reading‹ kommt zu fundierten Aussagen etwa über Fremdheitsmomente in konkreten Textstrukturen. Trotz der genannten kritischen Einschränkungen und einem gewissen Hang zum theoretischen oder stofflichen Ausufern demonstrieren im Ensemble alle drei Autorinnen, welche produktive Kraft der – oft ja beklagte – Methodenpluralismus gerade für das immer noch neue Forschungsfeld der ›Reiseliteratur‹ haben kann.

Prof. Dr. Thomas Pekar, Gakushuin Universität Tokyo, German Department; E-Mail: Thomas.Pekar@gakushuin.ac.jp


Anmerkungen

(1) Diese Begriffe sind nicht immer klar zu unterscheiden: Während ›Reiseliteratur‹ eher den fiktionalen Bereich anspricht, soll sich ›Reisebericht‹ eher auf ›authentische Reisen‹ beziehen. Ersetzt man aber ›Authentizität‹ weitgehend durch ›Intertextualität‹, wird diese Trennungslinie zwischen fiction und fact brüchiger. [zurück]

(2) Canetti unternahm diese Reise nach Marroko in den Jahren 1953 und 1954, also kurz vor der Erlangung der Unabhängigkeit Marokkos 1956. [zurück]

(3) Der vollständige Titel lautet: Xango. Die afroamerikanischen Religionen. Bahia, Haïti, Trinidad. Frankfurt/M. 1976. [zurück]

(4) Vgl. zur Kritik am Grass’schen Umgang mit indischen Kollegen: Vridhagiri Ganeshan, Günter Grass und Indien – ein Katz-und-Maus-Spiel. In: Gerd Labroisse/Dick van Stekelenburg (Hg.), Günter Grass: ein europäischer Autor? Amsterdam 1992, S. 229-244. [zurück]

(5) Diese Kennzeichnung stammt von: Gerhard Sauder, Formen gegenwärtiger Reiseliteratur. In: Anne Fuchs/Theo Harden (Hg.), Reisen im Diskurs. Modelle der literarischen Fremderfahrung von den Pilgerberichten bis zur Postmoderne. Heidelberg 1995, S. 552-573; hier S. 554. [zurück]

(6) Diese Erstbegegnung hat es in der neueren kulturwissenschaftlichen Forschung zu einiger Prominenz gebracht; vgl. z.B. Klaus R. Scherpe, Die First-Contact-Szene. Kulturelle Praktiken bei der Begegnung mit dem Fremden. In: Weimarer Beiträge 44 (1998) 1, S. 54-73. [zurück]

(7) Ebenso unterscheidet sie Wolli als Kommentator und Wolli als Interviewten, was allerdings nicht ganz überzeugt, da Wolli als späterer Selbst-Kommentator seiner früheren Interview-Äußerungen gewiss genauso viel oder wenig eine ›fingierte Figur‹ wie der interviewte Wolli ist. [zurück]

(8) Hubert Fichte, Wolli Indienfahrer. Roman. Frankfurt/M. 1978, S. 494. [zurück]

(9) So heißt es in Zunge zeigen: »Wieder erschreckt mich die (ungeschriebene) Ästhetik der Armut: wie jedes Detail der aus Lumpen, Plastikplanen, Pappe und Jutesäcken errichteten Hütten entsetzlich gegenständlich ist und benannt werden will«; Günter Grass, Zunge zeigen. Darmstadt 1988, S. 71. [zurück]