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In: KulturPoetik 2005, Heft 2

Autor

Stéphan Michaud

Titel

Lou Andreas-Salomé ou l`écriture comme (mé)tissage. La correspondance avec Anna Freud

Kategorie

Beitrag

Abstract

Freud vertraute 1921 seiner Schülerin Lou Andreas-Salomé nicht nur die psychoanalytische Ausbildung, sondern die menschliche Beratung seiner Tochter Anna an: Dank ihrer außerordentlichen Lebensbejahung half die Göttinger Therapeutin seiner jüngsten Tochter über die psychischen Hemmungen, unter denen sie litt, hinweg. Aus der Metapher des Webens, ein Hobby das Anna gern betrieb, zugleich auch aus der schriftstellerischen Tätigkeit des Briefwechsels und der Dichtung, an der Anna sich versuchte, entwickelte Lou ein positives Modell der Weiblichkeit, ein Denken der Differenz im Menschlichen, der »Mestizierung« (mit dem Dichter Édouard Glissant zu reden). »Tissage/ Métissage« – das Wortspiel im französischen deutet auf die eigentliche Leistung Lou Andreas-Salomés: ein warmes Ineinanderfließen der Dichtung und der Analyse, bei welchem sowohl die Eine als auch die Andere voll zu ihrem Recht kommen.