Über KulturPoetik

KulturPoetik ist ein Forum für alle Bereiche kulturgeschichtlicher Literaturwissenschaft. Der Name der Zeitschrift ist Programm: Hier geht es sowohl um das Kulturelle der Literatur wie um das Literarische der Kultur.

Der kulturwissenschaftliche/kulturgeschichtliche Ansatz hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen neuen Richtung der Literaturwissenschaft entwickelt. Kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft ist zunächst einmal durch ihren besonderen Blick und durch ihr besonderes thematisches Interesse bestimmt: Sie betrachtet Literatur als Teil der Gesamtkultur, also in ihrer Mitwirkung an Konstitution, Tradierung und Veränderung von kulturellen Sinn- und Zeichenbildungen. Daher interessiert sie sich besonders für anthropologische Grundthemen (wie etwa: Liebe, Tod, Rausch, Wahnsinn, Traum, Körperlichkeit, Gedächtnis, Sozialkonventionen, Geschlechterrollen) und die zugehörigen Kulturtechniken sowie für interkulturelle Kontakte und Konflikte. Sie untersucht Wechselwirkungen zwischen der Literatur und dem Wissenssystem, zwischen Literatur und anderen Medien (Intermedialität und Medienkonkurrenz) und den literatureigenen medialen Beitrag zu kultureller Kommunikation, Zeichenbildung und Wahrnehmungsformung. Sie fragt aber auch nach dem Poetischen in der Kultur, nach proto-poetischen Elementen im Wissenssystem, in den Medien, den sozialen Verkehrsformen, dem Alltagsleben.

Methodisch ist die kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft immer noch nur sehr vage konturiert. KulturPoetik ist für alle Richtungen offen, auch für die weniger etablierten ‐ die Herausgeber wünschen sich rege und kontroverse Diskussionen. Großen Wert legt KulturPoetik allerdings darauf, dass auch kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft bleibt, also weder die Eigenart ihres disziplinären Blickes aufgibt noch die Eigenleistung und die Eigendynamik übersieht, die der Literatur innerhalb der Gesamtkultur zukommt. Theoretische Beiträge sind dabei ebenso willkommen wie gegenstandsorientierte Untersuchungen. Da kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft auf Grenzüberschreitungen aller Art abzielt, sind wir natürlich an interdisziplinären und komparatistischen Arbeiten besonders interessiert.

KulturPoetik erscheint jährlich in zwei Heften mit insgesamt ca. 300 Seiten bei Vandenhoeck&Ruprecht. Neben Aufsätzen und Rezensionen gibt es in der Abteilung Forum die Möglichkeit, sich zu aktuellen Fragen zu positionieren oder Stellung zu Artikeln vorangegangener Hefte zu nehmen. In der Rubrik KulturKlassiker werden ›klassische‹ Werke zur Theorie von Kultur und Kulturwissenschaft vorgestellt. Außerdem enthält jedes Heft eine Liste kulturwissenschaftlich relevanter Neuerscheinungen.

Die Zeitschrift wendet sich an Studierende, Dozentinnen und Dozenten der Kulturwissenschaft, der philologischen Fächer (besonders der Germanistik, Anglistik und Amerikanistik, Romanistik und Komparatistik) und aller philosophie- und wissenschaftsgeschichtlichen Disziplinen; an Lehrerinnen und Lehrer der geisteswissenschaftlichen Fächer; an Kulturschaffende aller Berufsgruppen; an alle Leserinnen und Leser, die an Kultur und Literatur und an deren gemeinsamer Geschichte interessiert sind. Hier können Sie die Bezugsbedingungen einsehen.

Die Herausgeber