{"id":281,"date":"2015-11-11T11:56:33","date_gmt":"2015-11-11T10:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/?page_id=281"},"modified":"2015-11-11T11:56:33","modified_gmt":"2015-11-11T10:56:33","slug":"wie-definiert-man-anthropologie","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/homepage\/definition\/wie-definiert-man-anthropologie\/","title":{"rendered":"Wie definiert man Anthropologie?"},"content":{"rendered":"<h5>Wie definiert man Anthropologie?<\/h5>\n<p>Heute w\u00fcrden wir beim Wort \u201eAnthropologie\u201c wohl entweder an die philosophische Betrachtung des Menschen und seiner Sonderstellung in der Natur denken oder an ethnologische Studien bei Naturv\u00f6lkern. Das deckt sich aber nur zum Teil mit dem Verst\u00e4ndnis, das Aufkl\u00e4rung und Romantik von diesem Fach hatten.<\/p>\n<p>Nicht ohne Grund liegen die Anf\u00e4nge der Anthropologie in der Renaissance \u2013 es ist eine neuzeitliche Wissensform, die ihr Interesse nicht mehr auf die Metaphysik, sondern auf das Hier und Jetzt menschlicher Existenz richtet und dabei philosophische Ambitionen mit physiologischen und psychologischen Fragestellungen verbindet; so vereint die Anthropologie von ihrem Beginn an Wissensgebiete, die heute der Medizin, der Psychologie, der Philosophie und der modernen Anthropologie zugerechnet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dieses Interesse am \u201eganzen Menschen\u201c l\u00e4\u00dft die Anthropologie in der Sp\u00e4taufkl\u00e4rung, die sich ganz der empirischen Erforschung des Menschen verschrieben hat, zur Fundamentaldisziplin werden: Nicht mehr deduktiv, von universell g\u00fcltigen Vernunftwahrheiten ausgehend (wie es die f\u00fcr die deutsche Fr\u00fchaufkl\u00e4rung so ungemein pr\u00e4gende rationalistische Philosophie Christian Wolffs zu tun pflegte), sondern induktiv, auf der Basis von Selbstbeobachtung und gesammelten Fallgeschichten, soll nun untersucht werden, wie \u201eGeist\u201c und \u201eK\u00f6rper\u201c miteinander zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>So erscheinen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zahlreiche anthropologische Monographien \u2013 die erste und ber\u00fchmteste ist Ernst Platners Anthropologie f\u00fcr \u00c4rzte und Weltweise (1772) \u2013 und Zeitschriften \u2013 zum Beispiel das Magazin zur Erfahrungsseelenkunde (1783-93, hg. von Karl Philipp Moritz). Aber auch die Schriftsteller der Zeit sind am Studium des ganzen Menschen interessiert und betrachten ihre literarischen Werke als Teil des anthropologischen Projekts; das gilt f\u00fcr Karl Philipp Moritz\u2018 Anton Reiser ebenso wie f\u00fcr Wielands Agathon, f\u00fcr Goethes Werther ebenso wie f\u00fcr Schillers R\u00e4uber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie definiert man Anthropologie? Heute w\u00fcrden wir beim Wort \u201eAnthropologie\u201c wohl entweder an die philosophische Betrachtung des Menschen und seiner Sonderstellung in der Natur denken oder an ethnologische Studien bei Naturv\u00f6lkern. Das deckt sich aber nur zum Teil mit dem Verst\u00e4ndnis, das Aufkl\u00e4rung und Romantik von diesem Fach hatten. Nicht ohne Grund liegen die Anf\u00e4nge &hellip; <a href=\"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/homepage\/definition\/wie-definiert-man-anthropologie\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wie definiert man Anthropologie?<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":221,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/281"}],"collection":[{"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=281"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/281\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":282,"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/281\/revisions\/282"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/221"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/kulturpoetik.germanistik.uni-saarland.de\/RomAnt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=281"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}